Klimaschutz beim Onlinehandel

Ständig mehr Kunden entdecken die Vorteile des Onlinehandels. Zugleich wächst bei vielen Verbrauchern der Wunsch, einen Beitrag zum Schutz des Klimas zu leisten und weniger CO2-Emissionen zu verursachen. Deshalb lohnt es sich, in Nachhaltigkeit zu investieren, denn Unternehmen mit einem möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck stehen in der Gunst der Kunden deutlich besser da. Ein Onlineshop, der klimaneutralen Versand anbietet, verbessert seine Chancen am hart umkämpften Markt. Was können Onlinehändler tun, um ihre Klimabilanz zu verbessern?

Potenziale für den Klimaschutz ermitteln 

Klimaschädliches CO2 entsteht an vielen Punkten der Wertschöpfungskette. Denn überall, wo Energie verbraucht wird,
wird auch das Klimagas ausgestoßen, falls nicht ausschließlich erneuerbare Energien eingesetzt werden. Einsparpotenziale bestehen also bei der Produktion der Waren und der Verpackung, im Lager, bei der Logistik und bei allen IT-Prozessen.

Wer etwas zum Klimaschutz beitragen will, sollte zunächst seinen realistischen CO2-Ausstoß ermitteln. Dafür gibt es normierte Berechnungsverfahren und eigene ISO-Normen. Eine Übersicht über zum Teil kostenlose Onlinehilfen zur Berechnung des sogenannten „Corporate Carbon Footprint“ findet sich auf der Webseite „klima-wenden.de“

https://klima-wenden.de/tools-zur-co2-bilanzierung/ 

Wer es ganz genau wissen will und sein Unternehmen als besonders klimafreundlich oder sogar als klimaneutral zertifizieren lassen will, kann sich zum Beispiel vom TÜV oder anderen darauf spezialisierten Audit-Unternehmen beraten lassen.

Energieverbrauch umstellen 

Besonders einfach ist Klimaschutz durch den Wechsel von herkömmlichem Strom zu Ökostrom zu erreichen. Der wird aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonnenenergie, Wasserkraft oder Biomasse erzeugt und verursacht im Gegensatz zum Strom aus fossilen Rohstoffen deutlich weniger Treibhausgas. Eine eigene Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Lagerhalle oder eine Wärmepumpe zur Unterstützung der Heizung sind weitere Möglichkeiten, fossile Energierquellen einzusparen. 

Weniger Energie verbrauchen 

Sehr viel CO2 lässt sich auch mit einer effizienten Gebäudedämmung vermeiden. Sie senkt den Wärmeverlust in der kalten Jahreszeit und spart so Heizkosten. Im Sommer wird der energieaufwändige Einsatz von Klimaanlagen reduziert. 

Beim Einkauf neuer Technik lohnt es sich, besonders energiesparende Geräte anzuschaffen. Besonders im Bereich der IT-Ausstattung besteht ein großes Einsparpotenzial. Für das Hosting der Website gibt es beispielsweise klimaneutrale Anbieter. Andere Dienstleister bieten an, die CO2-Emissionen durch Investitionen in Klimaschutzprojekte zu kompensieren.

Weiteres Einsparpotenzial bietet der Bereich Mobilität. Energieeffiziente Fahrzeuge sind sinnvoll, um den CO2-Fußabdruck zu verkleinern und gleichzeitig Kraftstoffkosten zu sparen. Noch ökologischer wird die Mobilität mit Elektroautos, vor allem wenn sie mit Strom aus regenerativen Energiequellen geladen werden. Eine eigene Solarstromanlage auf dem Dach mit der passenden Wallbox in der Garage ist hierfür optimal.

Für Dienstreisen empfiehlt sich unter Klimaschutzaspekten der Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn, die wesentlich weniger CO2 verursacht. Ein Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr kann den Mitarbeitern helfen, klimaschonend zur Arbeit zu kommen.

Nachhaltige Verpackungen für den Online-Versand

Die Hersteller von Verpackungsmaterialien haben auf das wachsende Umweltbewusstsein ihrer Kunden reagiert und nachhaltige Versandverpackungen entwickelt. Dabei kommen zum Beispiel Kartons zum Einsatz, die aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden und daher klimaneutral sind. Für eine nachhaltig, kontrollierte Wald-Forstwirschaft steht hier der FSC, der die komplette Wertschöpfungskette vom Forst bis zum fertigen Produkt kontrolliert und bei Kartonagen die FSC Zertifizierung nur dann vergibt, wenn das Rohmaterial aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen stammt..

Die Recyclingfähigkeit vieler weiterer Verpackungsmaterialien trägt ebenfalls zum Klimaschutz bei.

Allerdings sollte man den Anteil von Verpackungen an den gesamten CO2-Emissionen auch nicht überbewerten. Verpackungen tragen lediglich zu maximal 2 Prozent zum jährlichen Treibhausgasausstoß bei. Außerdem haben sie eine wichtige Funktion im Versandgeschäft. Denn ohne geeignete Verpackungen würden viele der verschickten Produkte beschädigt, was der CO2-Bilanz einen weitaus größeren Schaden zufügen würde als die Verpackung verursacht. Denn Güter, die erst energieaufwändig produziert wurden und dann wegen der Beschädigung entsorgt werden müssen, schaden dem Klima mehr als ein Versandkarton.

Klimaschutz durch effizientes Verpacken

Dennoch lässt sich durch die Wahl der Versandverpackung CO2 einsparen. Werden Kartons passend zur Größe der darin verpackten Waren genutzt, das heißt insbesondere Kartons nach Maß, reduziert sich der Transportaufwand und damit der Kraftstoffverbrauch. Zusätzlich wird weiteres Verpackungsmaterial zum Auspolstern eingespart. Auch palettenoptimierte Kartons helfen dem Klima, weil sie keinen Platz beim Transport verschwenden und dadurch die gesamte Logistik besonders effizient machen.  

Klimaorientierte Auswahl der Partner 

Bei der Wahl seiner Geschäftspartner, Dienstleister und Lieferanten besteht weiteres Potenzial für den Klimaschutz. Immer mehr Unternehmen profilieren sich mit nachhaltigen Lösungen in ihrem Bereich. So verspricht zum Beispiel der Paketdienst GLS seit 2019 eine klimaneutrale Paketzustellung

Fazit: viele Schritte führen zum Ziel 

Über die Notwendigkeit zum klimaschonenden Handeln sind sich die meisten Menschen heute einig. Über den Weg hin zur Klimaneutralität wird noch intensiv diskutiert. Allerdings lohnt es sich, die ersten Schritte zu gehen. Zum Einen, weil immer mehr Kunden den Unternehmen den Vorzug geben, die sich zu aktivem Klimaschutz bekennen und diesen glaubhaft umsetzen. Zum Anderen aber auch, weil es sich auszahlt, weniger Energie zu verbrauchen und damit weniger CO2 zu verursachen. In jedem Geschäft gibt es reichlich Potenzial dafür. Auch im Onlinehandel lassen sich Einsparungen realisieren. Ein bewusster Umgang mit Strom, Heizenergie, Kraftstoff und Verpackungsmaterial ist ein guter Anfang. Investitionen in energiesparende Technik, vielleicht auch in die eigene Stromversorgung mit regenerativen Energiequellen zahlt sich mittelfristig aus. Und eine Zertifizierung als klimaneutrales Unternehmen überzeugt auch kritische Kunden und sichert langfristig gute Geschäfte und ein gutes Klima.